Der Bullmastiff ist eine imposante, kraftvolle Rasse mit sanftem Herzen. Als Nachtwächterhund auf englischen Landsitzen gezüchtet, vereint er Stärke und Ausdauer mit bemerkenswerter Ruhe und Loyalität. Bullmastiff-Welpen sind unwiderstehlich niedlich – aber ihr Halter sollte wissen, was auf ihn zukommt.
Geschichte des Bullmastiffs
Der Bullmastiff entstand im 19. Jahrhundert in England. Wilderer waren auf englischen Großgrundbesitzen ein ernstes Problem. Die Besitzer brauchten einen Hund, der:
- Wilderer verfolgen und niederhalten konnte (ohne zu beißen)
- Groß und stark genug war, einen Mann niederzuwerfen
- Dabei lautlos und kontrolliert war
Die Lösung: eine Kreuzung aus 60 % Mastiff und 40 % Englischer Bulldogge. Der Bullmastiff war geboren – und wurde 1924 vom Kennel Club offiziell anerkannt.
Bullmastiff Welpen – Charakter
Welpen-Entwicklung
Bullmastiff-Welpen wachsen schnell:
- 8–12 Wochen: Sozialisierungsphase, prägend für den Rest des Lebens
- 3–6 Monate: Schnelles Wachstum, erste Grundbefehle
- 6–18 Monate: Pubertät, Testen der Grenzen
- 18 Monate – 3 Jahre: Weitere Reifung des Charakters
- 3+ Jahre: Voll ausgewachsen und gereift
Temperament des erwachsenen Bullmastiffs
- Ruhig und gelassen: In der Wohnung meist ruhig und entspannt
- Selbstsicher: Kein nervöser oder ängstlicher Hund
- Loyal ohne Unterwürfigkeit: Er ist kein Hund, der bedingungslos gehorcht
- Territorial: Schützt sein Revier und seine Familie
- Freundlich mit der Familie, reserviert mit Fremden
- Gut mit Kindern (wenn aufgewachsen mit ihnen)
Erziehung und Training
Beim Bullmastiff ist frühzeitige, konsequente Erziehung absolut entscheidend. Ein 50-kg-Hund ohne Grundgehorsam ist gefährlich – für andere und für sich selbst. Mit einem Bullmastiff-Welpen sofort in die Welpenschule!
Erziehungsprinzipien:
- Frühzeitig: Ab dem ersten Tag Regeln setzen
- Konsequent: Jede Unart beim 10-kg-Welpen wird beim 50-kg-Hund zum Problem
- Positiv: Bullmastiffs reagieren schlecht auf Druck und Zwang
- Geduldig: Sie sind intelligent, aber nicht immer kooperativ
- Sozialisation: Möglichst viele Menschen, Hunde, Situationen kennenlernen
Bewegungsbedarf
Gesundheit
Haltungsanforderungen
- Haus mit Garten: Ideal, braucht Platz zum Erholen
- Wohnung: Möglich wenn ausreichend Auslauf, aber eng
- Zaun: Sicherer, stabiler Zaun notwendig (er ist stark)
- Klima: Hitzeempfindlich aufgrund seiner Größe und des Mops-ähnlichen Gesichts
- Alleine lassen: Maximal 4–5 Stunden
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Bullmastiff Pflege und Ernährung
Der Bullmastiff ist trotz seiner Größe relativ pflegeleicht. Sein kurzes, dichtes Fell benötigt nur wöchentliches Bürsten und gelegentliches Baden. Besondere Aufmerksamkeit verdienen:
- Gesichtsfalten: Müssen täglich gereinigt werden, um Pilzinfektionen und Entzündungen zu vermeiden
- Ohren: Wöchentlich mit einem Ohrreiniger säubern
- Krallen: Alle 4–6 Wochen kürzen, da er keine ausgeprägte Lauftätigkeit hat
- Zähne: Regelmäßiges Zähneputzen oder Kauknochen
Ernährung für einen großen Hund: Bullmastiffs brauchen ein hochwertiges Futter für große Rassen mit einem niedrigen Kalzium-Phosphor-Verhältnis – besonders als Welpe, da übermäßiges Wachstum Gelenkprobleme verursachen kann. Tagesration: 500–800 g Trockenfutter für ausgewachsene Hunde (nach Gewicht und Aktivität).
Magendrehung-Prävention:
- 2–3 kleinere Mahlzeiten statt einer großen
- Mindestens 30 Minuten Ruhe vor und nach dem Fressen
- Erhöhter Napf kann das Risiko reduzieren (Studien bestätigen dies bei Großrassen)
- Schnell fressende Hunde sollten Anti-Schling-Näpfe bekommen
Bullmastiff und andere Haustiere
Mit anderen Hunden kann der Bullmastiff gut auskommen, besonders wenn er mit ihnen aufgewachsen ist. Jedoch gilt:
- Mit gleichgeschlechtlichen Hunden kann es Rivalität geben – besonders zwischen Rüden
- Mit Katzen geht es meist gut, wenn sie gemeinsam aufgewachsen sind
- Kleintiere (Kaninchen, Vögel) sollten nie unbeaufsichtigt zusammen sein – der Jagdinstinkt ist vorhanden
- Sozialisierung als Welpe ist entscheidend für einen friedvollen Umgang mit anderen Tieren
Wo einen Bullmastiff Welpen kaufen?
Die Rasse ist in Deutschland nicht häufig. Seriöse Züchter findet man:
- Beim VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen): Offizielle Rasseklubs listen geprüfte Züchter
- Beim Deutschen Bullmastiff Klub e.V.
- Auf internationalen Zuchtvermittlungsseiten im FCI-Netzwerk
Wartelisten von 6–18 Monaten sind normal. Seriöse Züchter führen HD/ED-Screening und Herzuntersuchungen der Elterntiere durch und geben keine Welpen unter 8 Wochen ab. Kaufe niemals spontan – ein Bullmastiff ist eine jahrelange Verpflichtung und verdient eine sorgfältige Auswahl des Züchters.
Fazit – Ist der Bullmastiff der richtige Hund für mich?
Der Bullmastiff ist ein außergewöhnlicher Hund: loyal, ruhig, beeindruckend – aber auch anspruchsvoll in Erziehung und Verantwortung. Er ist kein Hund für Erstbesitzer ohne Erfahrung mit großen, dominanten Rassen. Mit der richtigen Vorbereitung, konsequenter Erziehung und ausreichend Platz kann er jedoch ein treuer, stabiler Familienhund für viele Jahre sein.
Wer einen Bullmastiff halten möchte, sollte ehrlich prüfen: Habe ich Erfahrung mit großen Hunden? Habe ich ausreichend Zeit und Platz? Bin ich bereit für erhebliche Tierarztkosten und Futtermengen? Wenn du das mit Ja beantworten kannst – dann wirst du einen unvergleichlichen Begleiter finden.
Bullmastiff Gesundheit und Lebenserwartung
Die Lebenserwartung des Bullmastiffs beträgt durchschnittlich 7–10 Jahre. Als großer, schnell wachsender Hund ist er anfällig für bestimmte gesundheitliche Probleme, die Halter kennen sollten:
- Hüftdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED): Sehr häufig bei Großrassen. Seriöse Züchter röntgen Elterntiere und führen keine Hunde mit HD/ED zur Zucht.
- Bloat / Magendrehung (Gastric Dilatation-Volvulus): Lebensgefährlich, schnell eintretend. Tiefbrustige Hunde sind besonders gefährdet.
- Herzerkrankungen: Kardiomyopathie kommt in der Rasse vor. Regelmäßige Herzuntersuchungen beim Tierarzt sind empfehlenswert.
- Krebs: Leider statistisch häufiger als bei vielen anderen Rassen – besonders Mastzelltumore und Lymphome.
- Augenleiden: Entropium (eingerollte Lider) durch die faltige Gesichtshaut.
Die hohen potentiellen Tierarztzusatzkosten machen eine Tierkrankenversicherung für Bullmastiff-Halter besonders sinnvoll. Vergleiche Angebote wie die PetPlan, the Barmenia oder Die Tierversicherung.
Bullmastiff-Welpen – Die ersten Monate
Die ersten Monate sind entscheidend für die Entwicklung eines ausgeglichenen Charakters:
Woche 8–12: Prägephase In dieser Zeit lernt der Welpe, was normal ist. Neue Geräusche, Oberflächen, Menschen, andere Tiere – alles mit positiven Erfahrungen verknüpfen. Wer hier spart, zahlt später mit Verhaltensauffälligkeiten.
Woche 12–20: Erste Erziehung Basisbefehle wie Sitz, Platz, Bleib, an der Leine laufen. Positive Verstärkung statt harte Konsequenzen. Der Bullmastiff lernt schnell, wenn er motiviert ist – Lob und Leckerlis zu Beginn sehr effektiv.
Monat 6–18: Sozialisierung weiterführen Kontakt zu anderen Hunden, Besuch von Hundeschulen, Treffen mit Fremden. Der Heranwachsende Bullmastiff testet Grenzen – konsistente, ruhige Führung ist jetzt wichtiger denn je.
Impfungen und Entwurmung nach dem Welpenimpfschema des Tierarztes: Grundimmunisierung, Tollwut, ggf. Zwingerhusten je nach Lebenssituation.
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Bullmastiff als Wachhund – Geschichte und heutige Rolle
Der Bullmastiff wurde im 19. Jahrhundert in England speziell als Wildhut-Hund gezüchtet. Game Keeper – Jagdaufseher großer Landgüter – benötigten einen Hund, der Wilddiebe aufhalten konnte, ohne sie zu verletzen. Der Bullmastiff sollte anpacken, niederdrücken und festhalten – nicht beißen. Das erklärt seinen charakteristischen Schutztrieb: ruhig im Alltag, aber entschlossen bei Bedrohung.
Heute wird der Bullmastiff hauptsächlich als Familien- und Begleithund gehalten. Seine natürliche Schutzbereitschaft macht ihn ohne spezielle Ausbildung zu einem zuverlässigen Wachhund. Schutzhundausbildung im klassischen Sinne ist für diesen Hund oft nicht notwendig – und in unkundigen Händen sogar problematisch, da sein natürlicher Schutztrieb durch intensive Ausbildung übersteigert werden kann.





