Darf Man In Quarantäne Mit Dem Hund Raus 2022?

Darf ich meinen Hund während einer Quarantäne trotzdem mit nach draußen nehmen?

In Deutschland gibt es zeitweilige Ausgangssperren für Ungeimpfte, vor allem in Regionen mit besonders hoher Inzidenz. Bislang gibt es jedoch keine Regelungen, die das Gassigehen mit dem Hund einschränken: Dies bleibt zum Wohle des Tieres möglich.

Tierhaltern, die mit ihren Hunden während Ausgangssperren oder Quarantäne raus gehen, wird jedoch empfohlen, wenn möglich ohne Begleitung zu gehen und engen Kontakt mit anderen Menschen zu vermeiden.

Im Ausland können die Dinge anders liegen: In Spanien und Frankreich zum Beispiel waren Spaziergänge nur zu bestimmten Zeiten erlaubt, und die Tierhalter wurden gebeten, die notwendigen Spaziergänge mit ihren Tieren sowohl in der Nähe ihrer Wohnung als auch so kurz wie möglich zu halten. In Italien wurden die Hundebesitzer außerdem aufgefordert, eine Selbsteinschätzung mit sich zu führen. Auch in der Türkei wurden die Halter während der strengen Ausgangssperre angewiesen, die Spaziergänge auf dem eigenen Grundstück oder nur rund um das Haus / die Wohnung zu gestalten. Grundsätzlich sind Spaziergänge bisher immer erlaubt gewesen.

Wer einen Garten hat und seinen Tieren freien Auslauf gewähren kann, kann sich glücklich schätzen. Da dies aber in vielen Fällen nicht ausreicht, um dem Bewegungs- und Aktivitätsbedürfnis Ihres Tieres Rechnung zu tragen, könnten Sie Ihrem Tier – zusätzlich zu regelmäßigen, aber kontaktlosen Spaziergängen – Indoor-Aktivitäten und Intelligenzspiele anbieten. Im Handel gibt es eine Reihe von nützlichen Angeboten.

Wer kümmert sich um mein Hund, wenn ich Corona bekomme oder wenn ich in Isolation oder Quarantäne bin?

Welche Tierart Sie im Falle einer Isolierung oder Quarantäne in Pflege geben sollten, hängt vom Einzelfall ab: Ihre Katze, Hund, Kaninchen, Vögel oder andere Kleintiere könnten im Falle einer Quarantäne oder eines milden Krankheitsverlaufs bei Ihnen zu Hause bleiben – in vertrauter Umgebung und als Unterstützung für Sie. Grundsätzlich empfehlen wir jedoch den Besitzern dieser Haustiere, aus reiner Vorsicht den engen Kontakt mit dem Tier zu vermeiden und gegebenenfalls die Pflege eines nicht infizierten Haushaltsmitglieds zu übernehmen. Es sollte darauf geachtet werden, dass das Tier nicht im Bett schläft und dass Kuscheln und Ablecken vermieden werden.

Bei Hunden und Pferden, für deren Pflege es unerlässlich ist, vor die Tür zu gehen, muss eine vertrauenswürdige Betreuung gewährleistet sein!

Wir empfehlen eine gute Vorbereitung: Halten Sie einen Notfallplan bereit, um sicherzustellen, dass Ihr Haustier während der Quarantäne- oder Isolationszeit versorgt und betreut wird.

  • Vereinbaren Sie im Vorfeld mit 2 bis 3 vertrauenswürdigen Personen, die sich im Falle einer Isolation oder Quarantäne um Ihr Tier kümmern können.
  • Wählen Sie die Personen sorgfältig aus: Idealerweise handelt es sich um Freunde oder Bekannte, die bereits mit Ihrem Tier vertraut sind.
  • Sollten Sie eine professionelle Tierbetreuung oder Hilfe aus der Region in Anspruch nehmen, machen Sie diese Personen unbedingt mit Ihrem Tier für den Notfall vertraut.
  • Sorgen Sie auch dafür, dass genügend Futter und eventuell notwendige Medikamente für Ihr Tier vorhanden sind.

Sprechen Sie offen mit Ihren Freunden, Bekannten, Familienmitgliedern, Nachbarn oder, im Falle der Pferdebetreuung, mit anderen Reitern im Stall über Ihre Notfallplanung. Wenn Sie keine Möglichkeit finden, sich um Ihr Tier zu kümmern, holen Sie sich Unterstützung von hilfsbereiten Menschen in Ihrer Region. In sozialen Medien wie Twitter und Facebook bieten viele Nutzer unter Hashtags wie #Coronahilfe, stadtspezifisch z.B. #CoronaBerlin oder in Gruppen wie „Gassigeher bundesweit“ (für Deutschland) und „Notfall Tierbetreuung“ (für Österreich) ihre Hilfe an.

Eine weitere Möglichkeit sind Tierpensionen oder in akuten Notfällen und – als letzter Ausweg – Tierheime, die zum Teil Tiere gegen eine Pauschale in ihre Obhut nehmen.

Müssen auch Tiere auf das neue Coronavirus getestet werden?

Im Sommer 2020 wurde im Bundestag eine Verordnung verabschiedet, nach der positive Coronatests bei Haustieren meldepflichtig sind. Das bedeutet aber nicht, dass nun jeder Tierhalter sein Tier testen lassen muss. Eine solche Verpflichtung ist auch für die Zukunft nicht geplant.

Die Meldepflicht gilt nur für Tests von Tieren, die ohnehin getestet wurden, zum Beispiel weil ihre Besitzer mit dem Coronavirus infiziert waren und die Tiere Symptome einer Infektion zeigen. In diesen Fällen kann ein Tierarzt einen Test in Erwägung ziehen – und die neue Verordnung enthält die Verpflichtung, dies im Falle eines positiven Testergebnisses den zuständigen Behörden zu melden. In diesem Fall können die an die zuständigen Forschungsinstitute gemeldeten Coronatests helfen, mehr über das neuartige Virus herauszufinden.

Sollte ich Tierfutter auf Vorrat kaufen?

Nein, es besteht keine Notwendigkeit, Futter oder Verbrauchsmaterial zu „horten“. Es ist derzeit nur empfehlenswert, sich und sein Tier für den Krankheits- oder Quarantäne fall zu versorgen und Futter für einige Tage, maximal zwei Wochen, bereitzuhalten. Aber bitte übertreiben Sie es nicht – auch aus Solidarität mit anderen Tierhaltern.

Darf ich meinen Hund trotzdem freien Zugang gewähren?

Ja, nach dem derzeitigen Stand der Forschung über das Coronavirus gibt es hier keine Einschränkungen. Wenn Sie selbst infiziert oder bereits erkrankt sind, ist es laut Friedrich-Löffler-Institut jedoch ratsam, den Kontakt Ihren Hund mit Menschen und Tieren außerhalb des Haushalts während Ihrer Isolation zu vermeiden – und Ihr Tier in dieser Zeit besser nicht nach draußen zu lassen.

Kann ich das Tierheim trotzdem besuchen?

Auch beim Besuch von Tierheimen richten sich die Regelungen grundsätzlich nach den geltenden Corona-Vorschriften des jeweiligen Bundeslandes. Darüber hinaus haben die Tierheime die Möglichkeit, ihre Besuchsregelungen weiter zu verschärfen und z.B. in Innen- und Außenbereiche zu trennen. In einigen Tierheimen werden derzeit ohne vorherige telefonische Absprache/Ankündigung überhaupt keine Besucher mehr empfangen. Wenn Sie ein Tier adoptieren möchten, setzen Sie sich bitte vorher telefonisch mit dem Tierheim in Verbindung.

Ehrenamtliche Mitarbeit in der Pflege der Tiere und als Gassigänger sind natürlich unbedingt notwendig, um den Betrieb und die Versorgung der Tiere im Heim zu gewährleisten. Wenn Sie sich regelmäßig in Ihrem örtlichen Tierheim engagieren, sollten Sie sich unbedingt telefonisch erkundigen, unter welchen Bedingungen dies derzeit möglich ist.

Vermeiden Sie bitte grundsätzlich unangemeldete Besuche und erkundigen Sie sich telefonisch bei dem Tierheim in Ihrer Region.

Liebe Tierhalter, es sind besonders schwierige Zeiten, in denen vieles unklar ist. Wir raten Ihnen zur Vorsicht und bitten um Ihre Rücksichtnahme. Bleiben Sie ruhig, prüfen Sie Meldungen kritisch und geben Sie keine Informationen weiter, wenn die Quelle zweifelhaft erscheint. Wenn Sie Fragen haben, holen Sie sich professionellen Rat bei Ihrem Tierarzt.

Wir wünschen Ihnen von Herzen alles Gute – bleiben Sie gesund.

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